Ratgeber
Öffentliche IT-Vergaben verstehen
Kurze, fachliche Leitfäden zu den Themen, an denen IT-Angebote in der Praxis hängen — von Eignungskriterien über ISO 27001 bis zu den EVB-IT-Vertragstypen.
K.-o.-Kriterien in IT-Ausschreibungen: woran Angebote scheitern
Die meisten Angebote scheitern nicht am Preis, sondern an formalen Pflichtanforderungen. Wer diese „K.-o.-Kriterien" früh erkennt, spart sich die Lektüre vieler Seiten für Verfahren, an denen man ohnehin nicht teilnehmen darf.
ISO 27001 in öffentlichen Ausschreibungen: wann sie verlangt wird
ISO 27001 ist eines der häufigsten harten Kriterien in IT-Vergaben — und einer der häufigsten Gründe, an einer Ausschreibung zu scheitern. Hier, wann sie verlangt wird und welche Alternativen gelten.
EVB-IT kurz erklärt: die Vertragstypen für öffentliche IT-Aufträge
Wer öffentliche IT-Aufträge bearbeitet, stößt unweigerlich auf die EVB-IT. Sie bestimmen die Vertragsbedingungen — und damit Haftung, Pflichten und Risiken. Ein Überblick über die wichtigsten Typen.
Eignungsleihe: fehlende Eignung über andere Unternehmen ausgleichen
Viele IT-Dienstleister erfüllen eine geforderte Mindestanforderung — etwa den Mindestumsatz oder die Zahl vergleichbarer Referenzen — allein nicht. Die Eignungsleihe macht es möglich, solche Lücken über ein anderes Unternehmen zu schließen, statt auf die Bewerbung zu verzichten. Sie ist aber an klare Voraussetzungen und Grenzen gebunden.
Schwellenwerte 2026: wann IT-Aufträge EU-weit ausgeschrieben werden
Ob eine IT-Ausschreibung europaweit oder national läuft, entscheidet ein einziger Wert: der Schwellenwert. Er bestimmt, nach welchen Regeln das Verfahren abläuft, welche Fristen gelten und welchen Rechtsschutz Bieter haben. Zum 1. Januar 2026 wurden die EU-Schwellenwerte neu festgesetzt.
Vergabeverfahren-Arten: was offen, nicht offen und Verhandlung bedeuten
In jeder Bekanntmachung steht, in welcher Verfahrensart ein Auftrag vergeben wird. Für Bieter ist das keine Formalie: Die Verfahrensart bestimmt, ob man direkt ein Angebot abgibt oder sich erst um die Teilnahme bewerben muss, wie viel Aufwand entsteht und ob über das Angebot verhandelt wird.
Rügepflicht & Nachprüfungsverfahren: Fristen, die Bieter kennen müssen
Wer ein Angebot für zu Unrecht ausgeschlossen hält oder einen Fehler im Verfahren erkennt, kann sich wehren — aber nur, wenn er die Fristen einhält. Im Vergaberecht sind diese Fristen kurz und absolut: Wer sie versäumt, verliert seinen Rechtsschutz endgültig, egal wie schwer der Verstoß wiegt.
Bietergemeinschaft & ARGE: gemeinsam auf IT-Ausschreibungen bieten
Manche IT-Aufträge sind für ein einzelnes kleineres Unternehmen zu groß oder zu breit. Eine Bietergemeinschaft macht es möglich, sich mit Partnern zusammenzutun und gemeinsam zu bieten — mit eigenen Spielregeln bei Eignung, Haftung und Zulässigkeit.
BSI C5 in Cloud-Ausschreibungen: Testat, Typ 1 und Typ 2 erklärt
Sobald öffentliche Auftraggeber Cloud-Leistungen beschaffen, taucht in den Eignungsanforderungen häufig ein Kürzel auf: C5. Der Kriterienkatalog des BSI ist der maßgebliche Sicherheitsnachweis für Cloud-Dienste in Deutschland — und der Unterschied zwischen seinen zwei Testat-Typen entscheidet oft über die Teilnahme.
Barrierefreiheit in IT-Ausschreibungen: BITV 2.0, EN 301 549, WCAG
Wenn die öffentliche Hand Websites, Fachanwendungen oder Apps beschafft, ist Barrierefreiheit keine Kür, sondern Pflicht. Für Bieter heißt das: Die einschlägigen Normen müssen nachweislich eingehalten werden — sonst droht der Ausschluss. Drei Begriffe tauchen dabei immer wieder auf.
SAP S/4HANA in der öffentlichen Verwaltung: der Umstieg als Markttreiber
Kaum ein Thema treibt den öffentlichen IT-Markt derzeit so stark wie der Umstieg auf SAP S/4HANA. Der Grund ist ein fester Termin: Das Wartungsende der bisherigen SAP-Generation zwingt Behörden zum Handeln — und löst eine Welle von Ausschreibungen aus.
Open Source & EUPL in der öffentlichen Vergabe: digitale Souveränität
Digitale Souveränität ist zu einem Leitmotiv der öffentlichen IT geworden — und Open Source ist ihr wichtigstes Werkzeug. Für Bieter verändert das die Spielregeln: Offene Lizenzen, nachnutzbarer Quellcode und Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern werden in Ausschreibungen zunehmend ausdrücklich verlangt.
Formale Ausschlussgründe: woran Angebote schon vor der Wertung scheitern
Ein technisch starkes, preislich attraktives Angebot nützt nichts, wenn es aus formalen Gründen ausgeschlossen wird, bevor es überhaupt gewertet wird. Genau das passiert häufig — und meist wäre es vermeidbar gewesen. Diese formalen Fallen sollte jeder Bieter kennen.